Lindau > Trentino der 4. Tag (bei 4°C)

Gepostet von am Mai 24, 2013 in Alpen 2013 | 1 Kommentar

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Tag 4 von Schlanders (IT) nach Auer (IT)

… und es geht weiter in der Achterbahn des Wetters …

Schlanders und Schnee im Mai

Der morgendliche Blick auf die nahegelegenen Anhöhen bei Schlanders

Der Blick auf die nahegelegenen Anhöhen verheißt nichts Gutes. In der Nacht hat es bis auf ca. 800m geschneit. Das hat auch große Auswirkungen auf den Giro d’Italia, der hier allen Dopinggeschichten trotzt. Nur gegen das Wetter können die Organisatoren einfach nichts machen. Eigentlich sollte der Giro am Freitag Nachmittag über das Stilfserjoch und dann durch Schlanders gehen. Die Ortschaft hat sich entsprechend gerüstet, der ganze Ortskern ist rosa. Stellvertretend dafür das Schaufenster eines Haushaltswarenladens. Heute haben wir erfahren, dass es auf dem Stilfserjoch sage und schreibe -14

Schaufensterdeko in Schlanders - alles in rosa

Schaufensterdeko in Schlanders – alles in rosa

Grad hat. Folgerichtig wurde die Etappe geändert und kam nicht nach Schlanders. Allerdings soll die Samstagsetappe in Schlanders starten.

Zurück zu unserer (Tor)Tour. Wir starten bei ca. 7 Grad bei wolkenverhangenen Himmel, aber ohne Regen. Kaum 30 min unterwegs: Regen. Also wieder in die wasserdichten Regenklamotten. Es sollte noch schlimmer werden:

Jetzt mal in aller Deutlichkeit:

Radweg Schlanders Meran

Gerhard und Beate mit maximalem Regen- und Termperaturschutz zwischen Schlanders und Meran

Wir schreiben den 24. Mai 2013, fahren im Vinschgau (südlich der Alpen!!) Richtung Meran. Aktuelle Höhe: 690 m. Das Thermometer zeigt unglaubliche 4 (in Worten „vier“) Grad Celsius!! Da läuft doch ‘was ganz gründlich schief, oder?

 

In solchen Augenblicken poppen die klassischen Fragen auf: Wer zum Teufel ist eigentlich auf die Idee gekommen? Warum tue ich mir das an (und fahre nicht schnurstracks zum nächstgelegenen Bahnhof)? Womit habe ich das verdient? Usw. usw.

 

Gleichzeitig zahlt sich dann gutes Equipment aus. A prospos Equipment: Respekt vor den Mitfahrern, die tatsächlich ohne Spritzschutz (= Schutzbleche) unterwegs si

Schutzblech mal anders ...

Schutzblech mal anders …

nd. Aber das

läuft wohl unter dem Motto „Schönheit muss leiden“. Die

Schönheit bezieht sich hier auf die FIXIE Inc. Rahmen/Räder von Ursel und Gerhard. Aber so ‘was fördert den Erfindergeist: Siehe Foto.

Gestern war in Sachen Pannen noch alles im grünen Bereich. Das sollte sich heute ändern. Ausgerechnet das robuste T300 von der VSF-Fahrradmanufaktur verabschiedete sich von einer Speiche des Hinterrades. Allerdings hat das Rad von Lutz schon einige tausend Kilometer auf dem Zähler. Also in Meran zum nächsten Fahrradladen. Wir erleben den Bruch mit einem ungeschriebenen „Fahrradladen-Gesetz“: Um 12:15 Uhr treten wir in den Laden ein und beschreiben unser Problem. Der Inhaber verweist darauf, dass er in 15 min Mittagspause (bis 15:00 Uhr) hat und er nicht willens ist, die Speiche zu ersetzen. Ich kenne es nur so, dass Reiseradlern mit einer Panne immer und sofort geholfen wird, egal ob Mittagspause oder Feierabend! Gott sei Dank erleben wir im nächsten Laden mitten in Meran einen „gesetzestreuen“! Eine Stunde Zwangspause im Café. In Italen ganz o.k..

Radweg Meran Bozen

Nochmal Gerhard und Beate – zwischen Meran und Bozen – bei trockener Fahrbahn

Die Temperatur ist zwischenzeitlich gestiegen und die Fahrbahn wieder trocken. Mehr als 14 Grad kommen trotzdem nicht auf’s Display. Wir entscheiden uns, direkt und ohne weitere Höhenmeter nach Neumarkt/Auer zu fahren und uns frühzeitig wo einzubuchen.

Zufällig landen wir bei Erika Kaufmann, die mehrere Zimmer vermietet, bei der ich vor 4 Jahren schon einmal nächtigte (Peter, du erinnerst dich?). Eine überaus freundliche Frau, bei der man gerne einige Stunden verbringt.

 

Der Vollständigkeit halber die Tagesdaten:

82 km (fast nur mit leichtem Gefälle von 770 m auf 250 m), gefahrene hm nicht erwähnenswert (ca. 150).

Ausblick: Erika drückt uns die Tageszeitung in die Hand und verweist auf die angekündigte Wetterbesserung für den morgigen Samstag. Wir werden das aber Samstag früh nach dem Aufstehen prüfen, bevor neue Heldentaten geplant werden.

Zwischenzeitlich erreichte uns die Nachricht, das an unserem Zielort, dem Lago di Caldonazzo, der See über die Ufer getreten ist und die Campingplätze nicht verfügbar sind! Zuhausegebliebene kümmern sich um Alternativen.

Zum Schluß noch die Vervollständigung der Liste mit dem Positiven: Der leichte Sonnenbrand an den Oberschenkeln von gestern konnte heute stressfrei heilen – wieder reichte eine 0,6l Trinkflasche locker für den ganzen Tag – man kann gefahrlos den guten italienischen Käse und Schinken in der Packtasche transportieren ohne Gefahr zu laufen, dass er verdirbt – Pollen haben keine Chance!!

Spruch des Tages von Beate: „Nächstes Jahr machen wir die Tour nicht im Januar, sondern im Mai!“

1 Kommentar

  1. Ihr seid die wahren Helden der Landstrasse…nicht die Kasper vom Giro!
    Liebe Grüße, Peter

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